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Der Düsseldorfer Pfützenlauf – 12. Düsseldorf Marathon, 27. April 2014

Veröffentlicht am 30.04.2014

Ein Laufbericht von Uli Schiffgen

Als “Düsseldorfer Pfützenlauf“ überschrieb die lokale Tageszeitung den diesjährigen Düsseldorf Marathon. Es war in der Tat nass und mit 14 °C relativ frisch. Dies war jedoch eher eine Herausforderung für die Zuschauer als für die Läufer und da ich rechtzeitig die Seiten gewechselt hatte, nicht mehr meine ;o)

So standen wir dann um kurz vor 9:00 Uhr zusammen mit Steffis Vater Reinhard unter der Rheinbrücke in der Nähe des Startbereichs. Steffi war für den Startblock bis 4 Stunden angemeldet und ich für den folgenden Startblock. Das Warmlaufen beschränkte sich auf ein kurzes Antraben Richtung Startbereich. Zusammen mit knapp 3000 anderen Marathonis ging es dann die ersten Kilometer rheinabwärts.

Ich wollte bei meinem zweiten Marathon gerne unter 4:30 Std. finishen und hatte mich meiner Einschätzung nach entsprechend eingeordnet. Die Läufer in meinem Umfeld schienen jedoch andere Ziele zu verfolgen und so wurde ich die ersten 10 km nach dem Start nur überholt. Da ich mich etwas mitreißen ließ, war ich ein wenig schneller unterwegs als geplant, aber es lief ja zunächst alles rund.

Nach knapp 10 Kilometern wechselt der Kurs über die große Rheinbrücke in den Ortsteil Oberkassel. Auf der Brücke begegnet uns schon die Spitze des Männerfeldes. Meine Einschätzung: ähnlicher, gazellenhafter Laufstil, aber doppelt so schnell. In Oberkassel werden die Läufer über zwei Schleifen geführt, an deren Knotenpunkt Samba-Bands für Stimmung sorgen und wetterfeste Zuschauer (es regnet immer noch) den Teilnehmern Zuspruch geben. Zurück auf die Rheinbrücke, Kilometer 19. Ein leichter, aber lang gestreckter Anstieg und siehe da - ich überhole die ersten Läufer.

Halbmarathonmarke: 1:59,17 - Steffi ist auf Kurs. Bei Kilometer 18 hat sie zu den Brems- und Zugläufern für 4 Stunden aufgeschlossen. Das motiviert und verleiht Flügel. Reinhard und ich sind etwas schneller unterwegs als geplant. Ob das gut geht? Hatte sich doch mein Marathontraining mehr auf die erste Hälfte konzentriert.

Hinter mir freut sich ein Läufer über die gelungene Musikauswahl auf seinem MP3-Player. Um die vermutlich laute Musik - seiner Wahl - auf seinen Ohren zu übertönen, teilt er dies den Läufern in seiner Umgebung mit jedem neuen Song in konzerttauglicher Lautstärke mit. „Klasse Song: ... I will survive ...“. Ich auch – kann ich noch schneller oder lasse ich mich außer Hörweite hinter Troubadix zurückfallen?

Kilometer 26: Es liegt nicht an unserem Barden, sondern ausschließlich an meinem nicht ausreichenden Training. Es sind ja nur noch 16 Kilometer – einmal den GP von Bern – zum Glück ohne Anstiege. Ich entdecke eine neue Anwendung an meiner Multifunktions-Lauf- und Regenkappe – die Funktion “Scheuklappe“. Den Schirm der Kappe tief ins Gesicht gezogen, sodass ich mich ganz darauf fokussieren kann, mich an der blauen Linie, die auf den Asphalt gepinselt ist, entlangzuhangeln.

Die Zuschauer an der Strecke konzentrieren sich auf einzelne Straßenzüge. Hier ist die Stimmung trotz des Regens genial. Die aufmunternden Worte, die die Zuschauer ihnen fremden Sportsfreunden zurufen, tun gut. An anderen Stellen belustigen gut gelaunte Moderatoren mit Mikrofon und Lautsprecher die Läufer mit Aussagen wie „hier stehen 3 von 1 Millionen Zuschauern des Düsseldorf Marathons, der Rest muss dann auf der Kö stehen“.

Ja, die Kö, die Düsseldorfer Einkaufsstraße kommt auch noch, dann hast du es geschafft. Kilometer 40, der Wendepunkt auf der Kö und nur noch schnell zum Rhein. Die für meine Verhältnisse noch vergleichsweise guten Zeiten auf meiner Laufuhr decken sich nun überhaupt nicht mehr mit meinem Körpergefühl. Die letzten 400 m entlang des Rheins, Ziel und fertig. 4:23 Std. - 16 Minuten schneller als bei meinem ersten Marathon in Frankfurt. Ich fühle mich erschöpft, aber fair behandelt mit dieser Zeit.

Steffi und Reinhard warten schon im Ziel. Reinhard hat Kilometer 26 in ähnlicher Erinnerung wie ich und hat anschließend richtig beißen müssen. Für den Altersklassensieg in der M75 wäre dies nicht erforderlich gewesen, da er als einziger Starter in jeder Hinsicht konkurrenzlos war. Steffi hat von den Brems- und Zugläufern lange Zeit profitiert, musste aber auf den letzten Kilometern etwas abreißen lassen, da ihre Oberschenkelmuskulatur dichtgemacht hat. Egal: 4:01 Std. ist eine neue persönliche Bestzeit und eine gefühlte 3:61 Std.

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