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Ein 24-Stundenlauf auf einer 400m-Tartanbahn in London

Veröffentlicht am 18.09.2016

Start des 24-Stunden-Lauf in London-Tooting

Ein Laufbericht von Uli und Steffi Schiffgen

Man wächst mit den Herausforderungen. Nach diesem Motto suchte Steffi, nachdem sie 100 Kilometer und 12-Stundenläufe sicher im Griff hatte, eine neue Herausforderung. Fündig wurde sie in London, wo in einem Leichtathletik-Stadion im Stadt­teil Tooting immer im September ein Langstreckenlauf über 24 Stunden stattfindet.

Für den Lauf sprach aus Steffis Sicht, dass er von Sri Chinmoy ausgerichtet wurde. Die tolle Organisation und die freundliche Atmosphäre bei Sri-Chinmoy-Läufen hatte sie schon in Basel kennen und schätzen gelernt. Ein weiterer Pluspunkt war der Veranstaltungsort London. Endlich konnten wir unsere Lauffreundin Annelies in ihrer Wahlheimat besuchen. Und natürlich ist London immer eine Reise Wert.

Unsicherheiten gab es aufgrund des Anmeldeverfahrens. Da die Teilnehmerzahl bei dem Lauf auf 45 Athleten beschränkt ist, mussten sich alle Interessenten mit ihren bisherigen Laufleistungen bewerben. Zusätzlich war neben der Wettkampfdauer die Strecke absolutes Neuland für Steffi. 24 Stunden auf einer 400-Meter-Tartanbahn. Steffis bisherige Erfahrung, ein knapp einstündiger Testlauf über die Stadionrunde, zählte hier nicht wirklich ...

Die Zusage für die Teilnahme an dem Lauf erhielt Steffi Anfang August. Viel zu knapp, um sich noch gezielt vorzubereiten. Hier zahlte es sich aus, dass sie im Frühjahr bereits die 100 Kilometer bei der Tortour de Ruhr und zwei Wochen später die 12 Stunden von Basel absolviert hatte. Auf dieser Basis konnte sie noch ein paar Wochen lang ihr Training intensivieren. Die Reise selbst war dann schnell organisiert. Ein Flug von Basel nach Gatwick. Ein Hotel im Londoner Ortsteil Morden, nahe des Tooting Bec Leichtathletik-Stadions. Etwas Sightseeing verteilt auf zwei Tage, um die Füße vor dem Wettkampf zu schonen.

Dann der Wettkampf, geschildert von Steffi:

"Es war ein richtiges Abenteuer und die zweite Hälfte brutal hart. Nach relativ lockeren 100 Kilometern war die Luft ganz plötzlich erst mal raus, meine Beine wollten nicht mehr, und ich habe mich mehr und mehr durch die Nacht gekämpft. Zeitweise befürchtete ich ernsthaft, auf der Laufbahn einzuschlafen. Außerdem hatte ich die völlig übertriebene Angst, dass ich aufgrund meines angeschlagenen Aussehens von den Sanitätern aus dem Rennen genommen werden könnte. Als es wieder hell war, ich mich wärmer angezogen (ein Novum) und eine riesige Portion Porridge intus hatte, ging es endlich aufwärts. Ich konnte wieder joggen, was ein kleines Wunder war, und hab` dann die 100 Meilen anvisiert, die ich vorher schon längst abgeschrieben hatte.
Uli und unsere Lauffreundin Annelies, die bereits am frühen Abend kam und die auch die ganze Nacht wach blieb, haben mich perfekt unterstützt, mir jeden Wunsch erfüllt und mich auch mal zum Trinken und Essen genötigt. Es geht nichts über eine tolle Crew!
Die anderen Läufer und Organisatoren waren supernett - ein echtes Sri-Chinmoy-Event. Halte es nicht für ausgeschlossen, dass ich mir so etwas wieder antue - da ist noch viel mehr drin! Jetzt bin ich erst mal ziemlich glücklich - auch weil mein Körper so gut mitgespielt hat. Außer einem Wahnsinnsmuskelkater keinerlei Blessuren! Also alles bestens und ich kann über neue Laufabenteuer nachdenken ..."

Steffi finishte als 5. Frau mit 161,927 km (=100.62 Meilen) und drehte dabei 404 Runden auf einer 400m-Tartanbahn. Was sie dabei antreibt, ist für mich schwer nachzuvollziehen. In meinem neuen Thriller »24 Stunden Ultramarathon« tauche ich tief in diese Gedankenwelt ein.

An dem Tag nach dem Lauf stand für uns schon die Rückreise an. Steffis extremem Muskelkater, der ihre Schrittlänge auf gut 10 Zentimeter limitierte, war es zu verdanken, dass uns die Fluggesellschaft unaufgefordert einen kostenlosen Quick-Check-In anbot. Was großzügig klingt, ging für die Fluggesellschaft voll auf. Obwohl wir an der langen Reihe der Wartenden vorbeigehen konnten, waren wir am Ende die letzten Passagiere, die in den Flieger einstiegen.

Link zum Veranstalter: https://uk.srichinmoyraces.org/london-24

 

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